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Bleicheröder Fußball im Rückblick

 

Am 17. November 1949 wurde der Fußballverein Glückauf Bleicherode gegründet und feierte 2019 sein 70 Jähriges Vereinsjubiläum.

 

Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde in Bleicherode wieder Fußball gespielt.

 

 

Ein beinahe schon historisches Bild vom Neubeginn des Bleicheröder Fußballs: die A-Jugend von 1946. Man beachte vor allem die Spielkleidung: Gespielt wurde mit Straßenschuhe, die nicht unbedingt einheitlichen Trikots wurden aus Textilbeständen des Kaliwerkes geschneidert! Solche Äußerlichkeiten verhinderten aber nicht den Aufstieg des Bleicheröder Fußballs!

(Quelle Text / Foto: Nordhäuser Tageblatt 1992, Kurt Trost)

 

 

 

 

 

 

 

 

A-Jugend 1946

Auf dem Bild sind zu erkennen: Dietrich, Schieke, Wenkel, Rosteck, Kühling, Steinmetz, Krumbein, Liebert, Hartmann, Hupert, R. König

 

Bleicherodes Fußball hatte nach dem Zweiten Weltkrieg schnell einen guten Ruf. Die stärksten Rivalen waren damals die Fußballer aus Nordhausen-Salza. Bleicherode gegen Salza oder umgekehrt - das waren damals die absoluten Zugnummern auf den Fußballfeldern. Jeweils tausende Zuschauer hatten diese Spiele! Schon 1946 gewann die "Erste" die Staffelmeisterschaft im Unterbezirk Bleicherode.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1947 gelang vor 5.000 Zuschauern(!) in Bleicherode anlässlich des 1. Kreissportfestes der Sieg gegen Breitenworbis.

(Quelle und Foto: Nordhäuser Tageblatt, Kurt Trost)

1947 Kreissportfest

 

 

 

 

 

Bleicherodes Erste v.l.:
Becker, Rostek, Kurtius, Fritsche, Trost, Hufland, Molik, Baumbach, Spangenberg, Kochbeck, Steinmetz

 

Erste Nachkriegsjahre

(Quelle und Foto: Nordhäuser Tageblatt, Kurt Trost)

 

1948 schaffte Bleicherode den Aufstieg zur Landesklasse. Dabei wurden folgende Ergebnisse bei den Aufstiegsspielen erzielt:

 

Bleicherode - Uder

9:5

Bleicherode - Sondershausen

9:0 (in NDH)

Bleicherode - Mühlhausen

8:1 (in Schlotheim)

Bleicherode - Großengottern 

6:4 (in Großengottern)

    

1949 wurde dann die Sportgemeinschaft “Aktivist” gegründet, Trägerbetrieb wurde das Kaliwerk. Bleicherode wurde zur Fußball-Hochburg in der Region. Die Spiele in der Landesklasse wurden im Schnitt vor 4.000 Zuschauern ausgetragen. Die fußballerischen Höhepunkte im Kreis waren die Derbys mit Motor Nordhausen.

 

1952 wurde die Fußball-Landesklasse aufgelöst, die Bezirksliga wurde gegründet. Es folgte in dieser Zeit ein Umbruch in der 1. Mannschaft von Bleicherode. Bewährte Spieler Kurt Spangenberg, Werner Harden (ging zum HSV), Paul Kochbeck, Heinz Kurzius und Kurt Trost haben die Mannschaft verlassen und jüngere Spieler rückten nach. Das waren zum Beispiel Toni Skaba, Werner Große, die Stange Brüder, Horst Meißner und Günter Rostek.

 

1952 wurde Martin Schwendler Trainer in Bleicherode und führte das Team 1952/1953 zur Bezirksmeisterschaft. Bei den Aufstiegsspielen gegen Henningsdorf, Glauchau, Schönebeck und Rostock hatte man mit 7:9 Punkten den Aufstieg knapp verpasst.

 

Nach der Saison 1952/1953 wurde Schwendler von Walter Siegfried als Trainer abgelöst. 1954/1955 wurde Bleicherode erneut Bezirksmeister. Der schussgewaltige Mittelstürmer Günter Rostek wurde mit 36 Treffern Torschützenkönig. Der Aufstieg wurde aber auch diesmal verpasst.

 

Im Jahr 1953 wurde in Bleicherode mit der BSG Turbine ein neuer Fußballverein gegründet. Der Trägerbetrieb war die Energieversorgung. Zu dieser Zeit entstand der Rasenplatz, auf dem heute noch gespielt wird. Turbine machte bis 1958 den Durchmarsch von der 2. Kreisklasse bis in die Bezirksliga. Am 1. April 1958 kam dann der Zusammenschluss zwischen Aktivist und Turbine, daraus entstand dann wieder Glückauf Bleicherode.

 

Trainingslager der Herrenmannschaften in Ilfeld - Herbst 1960

 

Trainingslager1

Foto: Adolf König

Trainingslager2

 

 

Trainingslager4

Trainingslager5

Trainingslager6

 

Die Spieler: Dieter Greve, Heinz Reppin, Horst Stange, Adolf König, Günter Krause, Joachim Kühne, Werner Große, Heribert Helbing, Roland Weidner, Günter Pein, Werner Kirchner...

 

Nach zwei vergeblichen Anläufen wurde dann in der Spielserie 1957 der Aufstieg in die 2. DDR-Liga geschafft. Die ersten drei Mannschaften der Erfurter Bezirksliga waren die Aufsteiger. Bleicherode hatte hinter Erfurt Nord und vor Motor Gotha den 2. Platz belegt. Von 1958 bis 1963 spielte Bleicherode fünf Spielserien in der 2. DDR-Liga. Dabei wurden folgende Platzierungen erreicht: 1958 (10. Platz), 1959 (7. Platz), 1960 (5. Platz), 1961/1962 (13. Platz), 1962/1963 (10. Platz). Folgende Spieler kamen in der 2.Liga für Bleicherode zum Einsatz: Meißner, Weidner, Große, Bierwirth, Helbing, Krause, Kirchner, Steinmetz, Stange, Hose, Kühn, Freiberg, Bunk, Kochbeck, Tretner, Schubert und Watzlaw.

Nach der Saison 1962/1963 wurde die 2. DDR-Liga aufgelöst. Die Mannschaften wurden in die Bezirksliga eingegliedert. Im ersten Jahr in der Bezirksliga folgte der Abstieg. Man schaffte im nächsten Jahr den direkten Wiederaufstieg. 1965/1966 ging es wieder runter und 1966/1967 wieder hoch. Zu den oben genannten Spielen schafften mit Lutz Freiberg, Pape, Beier, Becke, Senke und Heinze gleich sechs neue Spieler den Sprung in die 1.Mannschaft.

 

Zweite Herrenmannschaft Mitte der 60er Jahre.

 

H.v.l.: Mannschaftsleiter Thomas, Werner Meusinger, Gerhard Straube, Bernd Schubert, Edgar Mohrich, Joachim Kühne, Betreuer Walter Marth

M.v.l.: Heinz Reppin, Günther Pein, Günther Bunk

V.v.l.: Herbert Steinmetz, Adolf König, Gerhard Bunk

mitte 60

Info und Foto: Adolf König, Walter Marth

Juniorenmannschaft ca. 1965

 

H.v.l.: Detlef Becker, Göttling, Schiefer, König, Ulrich Kilian, Weber
M.v.l. : Günter Walf, Uli Scharge, Knape, Port, Althans,Teske, Böhm
V. hockend: Wenzel

Info: Ulrich Kilian

Junioren 1965

 

 

Von 1967 bis 1972 spielte Glückauf vier Jahre Bezirksliga. In der Saison 1971/1972 musste man wieder absteigen, es gelang aber wieder der sofortige Aufstieg.

 

Bleicherodes Zweite Mannschaft als Kreismeister, vor den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse.

 

H.v.l.: K. Kohnert,Tauber, D. Schieke, H. Helbing, V. Pape, E. Teitzel, D. Becker, Fricke, H. Schlegel, G. Wernecke, G. Przibycin, L. Kaspersky, H. Szesny, I. Nitz, R. Linkhorst, L. König

V.v.l.: A. Dietrich, H. Tretner, H. Herre, W. Krause, P. Koch, H. Przibycin

1971-74

Foto: Nico Kaspersky

 

Von 1973 bis 1988 spielte Bleicherode dann 15 Jahre in Folge Bezirksliga und war dort eine feste Größe. In den siebziger Jahren spielte Bleicherode mit folgender Mannschaft: Freiberg, Heinze, Gumpert, Gülland, Becke, Grimm, Watzlaw, Nitz, Slomczyk, Teitzel, Kaspersky, Eisfeld, Becker, Hahn, Rommel und Niederle.

 

Die Erste Mannschaft von Bleicherode wurde in der Saison 1979/1980 Vize-Bezirksmeister hinter Eisenach.

 

Trainer: Max Wollenschläger

Torwart: Jörg Böhm und Klaus Hesse

Spieler und Betreuer: Erhardt Teitzel, Manni Grimm, Hansi Niederle, Ingo Nitz, Peter Slomczyk, Dieter Eisfeld, Detlef Becker, Lothar Kaspersky, Stefan Tauber, Gülland, Heinze, Becke , Horst Meißner, Hahn, Bohne, Walter Mart, Oskar Koch......

1974

Foto: Nico Kaspersky

 

 

In der Saison 1987/1988 erfolgte der Abstieg in die Bezirksklasse, dort war man dann drei Spielzeiten ansässig. In den achtziger Jahren sind dann Spieler wie Walther, Luh, Bohne, Tauber, Querfurth, Aderhold und Willim zur Mannschaft gestoßen.

 

1991/1992 ging es wieder hoch in die Bezirksliga, aber im nächsten Jahr folgte wieder der Abstieg.

 

Nachdem Anfang der 90er Jahre das Kaliwerk als Trägerbetrieb weggebrochen war, hatte Bleicherode, wie auch andere Vereine, ums Überleben zu kämpfen. 1993/1994 spielte man noch ein Jahr in der Bezirksklasse.

 

Dann  kam 1994/1995 der Absturz in die Kreisliga. Der Bleicheröder Fußball war damit zum ersten Mal nur auf Kreisebene vertreten. Man spielte vier Jahre in der Kreisliga, dann gelang in der Saison 1997/98 der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Sieben Jahre bis 2004/2005 war man dann im Bezirk vertreten. Von 2005/2006 spielte man wieder in der Kreisliga. 2007/2008 war dann noch mal eine sehr erfolgreiche Saison. Man wurde Kreismeister, Kreispokalsieger und Aufsteiger in die Bezirksliga. Aber nach einer Saison im Bezirk ging es wieder runter in die Kreisliga, wo man zur Zeit noch spielt.

 

Die Leistungsträger der letzten 10 Jahre waren: Meschkutat, Funke, Kopf, Eisfeld, Becker, Dommrich, Schimuneck. Aus dem eigenen Nachwuchs hatten in den letzten Jahren Albin, die Becker Brüder, Seidler und Meyer den Sprung in die erste Mannschaft geschafft.

 

Vor der Saison 2010/2011 konnte man noch mal aufrüsten, Spieler wie Schmücking, Waldheim, Belz, Wüstemann, Eisfeld und Schröter sind zum Verein gestoßen. Aus dem Nachwuchs schaffte Kindervater und Wiegand den Sprung in die 1. Mannschaft. Trotzdem hatte das Team nicht die Spielstärke um höherklassig zu spielen. So fehlte Bleicherode auch 2012/2013 in der neu gegründeten Kreisoberliga.

 

Im Dezember 2013 ist es gelungen, den erfahrenen und erfolgreichen Trainer Rene Kiel aus Großwechsungen zu verpflichten, der in der Rückrunde 2013/2014 die Glückauf Mannschaft übernahm. Am Saisonende belegt man in der Kreisliga schlussendlich den 8. Platz. In der Saison 2014/2015 konnte man bereits die ersten Früchte ernten, man spielte vorne mit und wurde am Ende Dritter.

 

Ein Jahr später in der Saison 2015/16 gelang es Rene Kiel mit der Mannschaft den Aufstieg in die Kreisoberliga zu schaffen. Mit 51 Punkten und 51:24 Toren wurde man Staffelsieger.

 

Saison 2016-2

Foto: Kurt Trost

Saison 2016-1

 

 

Mit viel Auftrieb und großen Optimismus ist man in das Abenteuer Kreisoberliga gestartet. Man war sofort in der höchsten Klasse des Kreises angekommen und spielte eine hervorragende Saison. Die Saison 2016/2017 wurde mit einem tollen 7.Platz beendet. Kurz vor Ende der Hinrunde 2017/18 kam es zu Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft und nach vielen Gesprächen entschloss man sich, dass sich die Wege von Rene Kiel und dem SV Glückauf trennen. Christian Ernst übernahm kurzzeitig als Interimstrainer die Mannschaft, bis man mit dem Eichsfelder Steven Geller schnell Ersatz gefunden hatte. Die Saison 2017/2018 beendete die Mannschaft in der Kreisoberliga auf dem letzten Platz und das bedeutete leider den Abstieg.

 

Die Kreisligasaison 2018/2019 stand ganz im Zeichen von Bleicherode. Zur Halbserie hatte man an der Spitze elf Punkte Vorsprung und war klar auf Aufstiegskurs. Zur Winterpause gab Trainer Geller dann überraschend seinen Abschied zum Saisonende bekannt, er hatte ein Angebot von Leinefelde bekommen. Ab diesen Zeitpunkt lief es beim Team nicht mehr rund. Viele nicht gewonnene Spiele ließen den Punktevorsprung schmelzen und man verpasste durch ein Unentschieden am letzten Spieltag noch den Aufstieg.

 

In der Saison 2019/2020 hat das Bleicheröder Urgestein Jens Funke, mit Christian Ernst als Co-Trainer, den Trainerposten übernommen. Mit einem guten dritten Platz ging es in die lange coronabedingte Pause. Durch eine Entscheidung des TFV wurde die Saison im August 2020 abgebrochen und die Aufsteiger über eine Quotientenregelung ermittelt. Im Kreispokal der Saison 2019/2020 erreichten die Bleicheröder das Halbfinale und verloren gegen die FSG99 Salza unglücklich mit 1:2.